Royal Kludge RK61 im Test

RK61 - Titelbild

Verfasst am 01.12.2022

Dieser Blog hat sich auf die Flagge geschrieben, qualitativ hochwertige, aber dennoch günstige Tastaturen zu testen. 

Deshalb soll der erste Beitrag auch über die, aus meiner Sicht, beste 60% Tastatur gehen. (62 Tasten)

Die
Royal Kludge RK61.

Die RK61 gibt es in verschiedenen Varianten. Die hier getestete hat blaue Switches, RGB Hintergrundbeleuchtung und 3 Verbindungsmodi.

In Varianten kann man sie mit blauen (clicky), roten (linear) und braunen (taktil) Switches käuflich erwerben.

Pro

Contra

*bitte siehe Unterpunkt “Treiber

1. Verpackung

Die RK61 kommt in einem orange-schwarzem, stabilem Karton. 

1.1 Inhalt

Öffnet man diesen, findet man die Tastatur in einer Plastikfolie verpackt, darunter eine Anleitung und eine Danksagung in Form eines Lineals.

Im hinteren Fach befindet sich:

  • ein sehr funktionaler Switchpuller/Tastenkappenzieher
  • USB-Kabel (weiß)
  • 4 extra Switches

2. Aüßerlichkeiten

2.1 Material und Beschaffenheit

Mit knapp 580 Gramm ist die RK61 für ihre Größe und der Tatsache, dass sie aus Kunststoff besteht, doch recht schwer. Das ist aber auch dem Akku geschuldet, der den Strom für die kabellosen Modi bereitstellt.

Die Tastenkappen sind mit knapp einem Millimeter nicht sehr dick, fühlen sich beim Tippen aber dennoch sehr gut an. Allerdings muss man auch sagen, dass diese die Lautstärke des Boards deutlich ins Schlechte verschieben. 
Ein Tastenkappenset, welches qualitativ hochwertiger ist, würde sich hier empfehlen. 
Die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur scheint durch die Symbole der Tastenkappen hindurch, was die Tastatur ideal für dunkle Räume und lange Zockernächte macht. 

Auf der Rückseite befinden sich zwei Schieberegler, die für das Umschalten von USB auf kabellos und den kabellosen Modi zuständig sind. 
Außerdem findet man dort auch das 2.4 GHz Dongle, welches mit einem Magneten überraschend fest im Gehäuse hält. 
Der USB Anschluss ist hinten links, was Zockern entgegenkommt, da das Kabel damit nicht im Weg liegt. 

2.2 Hotswap

Musste man früher Schalter noch auf die Platine löten, bieten viele Tastaturen heutzutage Hotswap an. 
Hotswap ist im Grunde ein Klemmsystem für Schalter, was Löten überflüssig macht und die Schalter sogar im Betrieb tauschen lässt. 
So kannst du jederzeit andere Schalter ausprobieren und bist nicht an die gebunden, für die du dich beim Kauf entschieden hast.
Auf die RK61 passen alle “Cherry MX” kompatiblen Switches.

ACHTUNG:
Die Lebensdauer dieser Sockel wird mit ca. 70 Wechsel angegeben.
Man kann sie zwar tauschen, aber dazu braucht man Skills im Löten.

2.3 RGB

Die Farbtreue und Helligkeit der RK61 sucht in dieser Preisklasse ihresgleichen, bemerkenswert. 

Die Farben werden satt dargestellt, die Helligkeit kann in fünf Stufen angepasst werden. 
Auf Stufe 5 kann man selbst bei Sonnenschein noch einigermaßen die Farben erkennen.
Im Dunkeln strahlt sie förmlich. 

Folgende Bilder zeigen, welche Farbe bei welcher Helligkeit und Raumlicht wie aussieht. 
Ich war bemüht die Kamera so einzustellen, dass es möglichst realitätsnah aussieht.

Der Rotstich bei Weiß in dunkleren Umgebungen ist leider normal, diesen sieht man bei anderen RGB Tastaturen auch öfters. 
Wirkt aber in der Realität nicht so, bzw. fällt nicht so sehr auf, wie auf den Bildern.

Zum Vergleich ist noch ein Bild einer Ducky one 2 mini in weiß im Dunkeln auf voller Helligkeit dabei. Diese kostet allerdings ab 100€. 

2.4 Eingabe(n)

Die RK61 ist eine 60% Tastatur, also ohne Navigations- und Pfeiltasten und Nummernblock.

Die fehlenden Tasten werden per “FN” Taste über verschiedene Layer angeboten. 
So kann man mit einer Tastenkombination alle fehlenden Tasten, wie “EINFG”, “DRUCK”, etc. dennoch einfach bedienen. 

Medientasten werden im Bereich der Zahlen auch angeboten, so ist es einfach die Lautstärke zu verändern, den nächsten Titel der Playlist zu spielen oder das eMailprogramm zu öffnen. 

Was die RK61 hier sehr viel besser macht als viele Mitbewerber, sind die Pfeiltasten, diese kann man dauerhaft akti-, bzw. deaktivieren. (Siehe Bild)

2.5 Tastenkappen

Die Tastenkappen der RK61 sind nicht arg dick, weshalb sie nicht im Ansatz für guten Klang sorgen.
Das sollte in erster Linie am Preis liegen, aber auch am Umstand, dass sie durchsichtig sind.
Natürlich gibt es besser “shine through” Tastenkappen, aber die kosten dann auch mehr als die Hälfte dieser Tastatur. (Fullsizeset)

RK61 - Tastenkappe

3. Anschlüsse

Die RK61 kann in drei verschiedenen Arten an ein Gerät angeschlossen werden:

  • USB-C
  • Bluetooth
  • 2.4 ghz Dongle

Kompatible Systeme sind:

  • Windows
  • Android
  • iOS (Handy und Computer)

Das beigelegte USB-C Kabel ist weiß, 1.5m lang und hat einen KlettverschlussKabelbinder dabei.
Kabel rein, kurz warten, fertig. Sollte jeder hinbekommen. 😀

Bluetooth verbindet man, wie jedes andere Gerät auch. 
Die Tastatur auf Wirelessmodus schalten, den Schieberegler auf “B”, das Endgerät soll dann neue Bluetoothgeräte suchen. 

Nach kurzem Warten sollte sich die Tastatur dann verbunden haben. 
Das Tolle an der RK61, sie kann sich drei Geräte merken, mit der sie schon verbunden war. 
Diesen Speicher erreicht man mit den Tasten “Q”, “W” und “E”. Näheres dazu findet man in der Anleitung. 

Die 2.4 ghz Verbindung ist noch leichter eingerichtet:
Dongle in einen USB Anschluss stecken, Tastatur auf “G” stellen, dann auf “on” und nach kurzem Warten kann man lostippen.

4. Anleitung

Die Anleitung der RK61 kommt auch in “Deutsch” daher, in Anführungszeichen, da wahrscheinlich der Google Übersetzer genutzt wurde. 
Dieser Umstand fällt aber nicht sehr ins Gewicht, die Herangehensweise versteht man auch so sehr gut. 

Kurz und knapp, ohne viel Text, werden die Drahtlosmodi, Shortcuts (FN Layer) und das Einstellen der Hintergrundbeleuchtung erklärt. 

Volle Kontrolle erlangt man aber erst mit dem Treiber.

5. Treiber

Den Treiber lädt man über diese Seite herunter:
http://en.rkgaming.com/download/1/

Bei “product model” die RK61 auswählen, dann Vorsicht:
Man muss sein Model kennen. Bei diesem hier getesteten, klickt man dann auf:

Öffnet man den Treiber, wird man mit der Seite für Profile begrüßt.
Es können drei Profile angelegt werden, welche für die Tasten die Eingaben festlegen. 
Wenn man z.B. statt “´” (die Taste neben Backspace) eine andere Belegung haben möchte, kann man das hier machen.

Der zweite Punkt von oben ist die Makroaufnahme.
Makros sollten heute jedem ein Begriff sein.
Man kann mehrere Tasteneingaben und Ereignisse aufnehmen und dann per Tastendruck abspielen.

Ein gängiges Beispiel wäre bei Counterstrike ein Jumpthrow.
Man gibt die Befehle Granatenstift ziehen, springen und werfen ein. Dies legt man dann auf eine Taste und ab dann kann man beim Druck auf diese Taste einen Jumpthrow ausführen. 

Der vierte Punkt beschäftigt sich mit den Einstellungen der Hintergrundbeleuchtung.
Hier hat man die Möglichkeit aus etlichen gespeicherten Modi auszuwählen und diese anzupassen. 
Diese Modi können auch ohne Treiber über Tastenkombinationen durchgeschaltet werden.

Hier findet sich auch “customize”, welches drei Profile anbietet. 
Hier kann man sich seine (statische) Beleuchtung selbst bauen. 
Mit den drei Profilen sollte man schon weit kommen. 
Legen wir “Desktop”, “Shooter” und eine andere Art der Anwendung zu Grunde. 

“Custom Lights”, so ganz habe ich den Modus selbst nicht verstanden, anscheinend kann man sich bewegte RGB Modi selbst bauen.
Der Unterschied zum “Light Effect mode” erschließt sich mir nicht ganz. 

Geht mal etwas schief, kann man die RK61 mit der Kombination “Leertaste und FN” (5 Sekunden drücken) komplett zurücksetzen.

Der Treiber der RK61 ist, gegenüber anderer Treiber kleinerer Hersteller (und auch größerer, Cherry *hust*), sehr funktional.
Man kann schnell die Farben seiner Tastatur anpassen und Makros erstellen.
Da es aber keinen “Bestätigungsbotton” gibt, übernimmt die Tastatur immer gleich neue Einstellungen, das kann in manchen Situationen nerven. 
Leider vergisst der Treiber auch mal die Benutzereinstellungen der RGB Hintergrungbeleuchtung.

DENNOCH ist er einer der besten (herstellereigenen) Treiber für Tastaturen, den ich bis heute gesehen habe.

6. Fazit

Das Fazit kann man sehr schnell ziehen:

Unglaublich gute Tastatur für einen unverschämt kleinen Preis.
Standard 70€, ab und an für um die 50 im Angebot mit Hotswap und drei Verbindungsmodi sucht seinesgleichen.

Ich habe diese Tastatur gemoddet und kann sagen, dass man für wenige Euro schon einiges aus ihr herausholen kann. 
Schaumstoff ins Gehäuse, zwischen Switchplate und Platine, inklusive O-Ringe für die Tastenkappen, macht schon einiges am Sound. 
Preislich wäre man dann bei ca. 20€.

Wer noch etwas weitergehen möchte, investiert in andere Switches und ein Tastenkappenset. 
Das wären nochmal ca. 60€. 

Summa summarum kommt man, beim Grundpreis von 70€ dann auf einen Gesamtpreis von ca. 140€, kann aber eine Tastatur sein Eigenen nenne, welche an “Sound and Feel” eines Enthusiastenboards herankommt. 

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